IdiomsEvery dog has its day

Was verstehen Sie eigentlich unter den Sprichwörtern „Every dog has its day“ oder „auf den Hund gekommen“? Lassen Sie sich mitnehmen in die spannende Welt der idioms, die alle unsere Sprachen bereichern. Anhand von Redensarten zum Thema Hund erkunden Schülerinnen und Schüler die Bedeutungsvielfalt von Sprache und lernen, welche Herausforderungen das Übersetzen ins Englische (oder umgekehrt) bergen kann. Dieser Beitrag richtet sich nicht nur an Schulhundliebhaber und Hundefreunde, sondern an alle, die sich für Sprachakrobatik begeistern lassen!

Dog Idoms

Idioms rund um den Hund. © Briana Santellan/Unsplash

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Was sind idioms?

Idioms sind ein weites Feld. Sie lassen sich schwer ein- und abgrenzen, aber eines haben diese spannenden Wortgruppen gemeinsam: Die eigentliche Bedeutung ist von den individuellen Wörtern nicht ableitbar, sie ist idiomatisch. Daher umfasst der Begriff die ganze Spannbreite von phrasal verbs bis hin zu proverbs. Um sich diesem Feld – denn es ist ein Bedeutsames für Sprachverständnis und Beherrschung der Zielsprache – zu nähern, empfiehlt es sich durchaus, im Unterricht kleinschrittig und themenspezifisch vorzugehen.

 

Dog idioms im Deutschen …

Viele Schulen sind bereits „auf den Hund gekommen“, wie unsere Autorin Ramona Pfennig in ihrem gleichnamigen Artikel (https://www.englisch-5-10.de/zeitschrift/hefte-artikel/premium/picture-books-1/auf-den-hund-gekommen/ ) schreibt. Oder irgendwie doch nicht? Die negative Bedeutung dieser eigentlich oft gut gemeinten Redensart ist tatsächlich (fast) unstrittig: Auf den Hund gekommen sein, bedeutet eigentlich so viel wie heruntergekommen, in schlechte Verhältnisse geraten oder pleite sein.

 

Während die Herkunft bei vielen Redensarten völlig im Dunkeln liegt, gibt es für dieses Sprichwort gleich mehrere Theorien. Eine davon verortet es in die Zeit vor den Banken, als Geld und Wertgegenstände in Kassen und Holztruhen gelagert wurden, welche im Inneren oft mit Figuren, z.B. mit Hunden, bemalt waren. War alles Hab und Gut aufgebraucht, war man dann wortwörtlich am Boden der Truhe – am Hund – angekommen. Hunde wurden aber auch oft als Zugtiere benutzt, meist von ärmeren Schichten, die sich keine Pferde, Ochsen oder Esel leisten konnten – eine weitere Herleitungsmöglichkeit. So oder so, der Hund ist im Deutschen umgangssprachlich gesehen oft ein leidendes, armseliges oder streitsüchtiges Tier: hundeelend, vor die Hunde gehen, da liegt der Hund begraben, wie Hund und Katz ... und die Liste lässt sich problemlos fortsetzen.

 

… und im Englischen?

Diese überwiegend negative Konnotation gilt auch für das Englische. Hier finden sich fast unzählige dog idioms. Viele davon sind sehr häufig im Gebrauch. Einige Redensarten kann man tatsächlich eins-zu-eins vom Deutschen ins Englische übersetzen, ins Englische übersetzen, zum Beispiel: „like cats and dogs“ (wie Hund und Katze), „dog-tired“ (hundemüde) oder „a dog’s life“ (ein Hundeleben). Andere Sprichwörter lassen sich hingegen nur sehr schwer übersetzen:

Dog idioms für den Englischunterricht

Das Arbeitsblatt “Every dog has its day” fühlt daher Sprichwörtern zum Thema Hund auf den Zahn („auf den Zahn fühlen“: Now, how would you translate this idiom into English?). Es eignet sich für Lerner ab Klasse 6, als thematische Ergänzung zum Thema Haustier oder Schulhund, als Lückenfüller, als Problematisierung von Übersetzungen u.v.a.m. Im Übrigen bieten sich idioms förmlich an für multilinguale Sprachvergleiche: So ist auch das Französische reich an Sprichwörtern mit dem armen „chien“: comme chien et chat = like cats and dogs = wie Hund und Katze. So einfach aber ist eine Übersetzung selten.

Für „auf den Hund gekommen“ scheint es zumindest im Französischen kein Äquivalent mit „chien“ zu geben. Hier wäre wohl „tomber bien bas“ die Wahl der Qual. Im Englischen kommt „to go to the dogs“ dem negativen Sinnbild von „auf den Hund kommen“ sehr nahe - und trifft es doch nicht zu hundert Prozent (sorry for my nit-picking): Während das Sprichwort „auf den Hund kommen“ den Fokus mehr auf finanzielle (oder auch gesundheitliche) Aspekte legt, kann „to go to the dogs“ in einer Vielzahl von Fällen eingesetzt werden und zeichnet sich durch eine größere Bedeutungsspanne aus, ähnlich der deutschen Redensart „vor die Hunde gehen“. Wie dem auch sei, eines ist klar: Dem besten Freund des Menschen wird in unseren Sprichwörtern – und das gilt sprachübergreifend - wenig Positives attribuiert. So, here’s to you, little dogs, because every dog has it’s day!

Download:

Dog Idioms

 

Literatur

Redensarten-Index: Suchergebnis für "auf den hund gekommen". https://www.redensarten-index.de/suche.php?suchbegriff=auf+den+hund+gekommen&bool=relevanz&gawoe=an&suchspalte%5B%5D=rart_ou&suchspalte%5B%5D=rart_varianten_ou, (letzter Aufruf 21.03.2019).

Duden: Das große Buch der Allgemeinbildung. Dudenverlag: Berlin, 2018.

H. Schemann, P. Knight: German-English dictionary of idioms, Routledge: New York 1995, S.455ff.

A.S. Hornby (u.a.): Oxford Advanced Learners Dictionary. 9th edition, University Press: Oxford, 2015.)

Abb. 1: Tina Kröger, mit Canva erstellt.

 

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